Umbau statt Neubau

Aus ollen Garagen wurde unser Herzstück für Begegnung und ein Vorbild für ökologisches Bauen

Als Uferwerk eG wollten wir einen Ort schaffen, der uns zusammenbringt – für Austausch, Entscheidungen und Begegnungen. Ursprünglich war geplant, dafür die alten Garagen aus der Nachkriegszeit abzureißen und ein neues Gebäude zu errichten. Das Architekturbüro undjurekbrüggen überzeugte uns jedoch, den Bestand zu transformieren, mit dem Material und der Geschichte zu arbeiten – und so ist ein Haus entstanden, das weit über unsere ursprünglichen Vorstellungen hinausgeht.

Für uns ist es das Uferhaus, für die Architekt:innen das Projekt Luise 19E.

Bauen in unsicheren Zeiten

Als Genossenschaft hatten wir schon Erfahrung darin, historische Gebäude in neue Nutzung zu überführen: Seit 2015 haben wir das gesamte Uferwerk-Gelände mit viel Eigenleistung und kundigen Architekt:innen vom ehemaligen Industrieareal in Wohnraum verwandelt (mehr dazu hier). Das Uferhaus ist für uns also kein erstes Experiment, sondern ein weiterer Schritt, bei dem wir erneut gelernt haben, dass gemeinschaftliches Bauen Geduld, Mut und viele Hände erfordert – und dass sich dieser Einsatz auch oder besonders in Krisenzeiten lohnt.

Architektur im Sinne der Zukunft

Luise 19E verbindet robuste Einfachheit mit ökologischen Materialien: Ziegelsteine aus Rückbau auf unserem Gelände, Hanffaserkalk-Dämmung, Holz für Konstruktion und Ausbau. Über allem spannt sich ein imposantes Gründach, eingefasst von einem markanten Betonringanker. Das Haus setzt damit auf Langlebigkeit, Wiederverwendbarkeit und ein gesundes Raumklima – und zeigt, dass Umbau eine zukunftsfähige Alternative zum Neubau ist.

Anerkennung von außen

Dass dieser Weg überzeugt, zeigt die Resonanz: Beim BDA Preis 2025 erhielt Luise 19E die „Nike für Aktivierung“. Die Jury lobte: „Hier wird im Kleinen vorgeführt, wie Architektur funkeln und begeistern kann, wenn alle Beteiligten mit Engagement und einem gemeinsamen Ziel zusammenwirken“. Beim Erich-Mendelsohn-Preis für Backstein-Architektur 2023 wurde Jurek Brüggen als Newcomer ausgezeichnet, denn „wenn man von der Architektur der Zukunft etwas fordern möchte, dann genau das: Wertschätzung des Bestands und Weiternutzung vorhandener Ressourcen“. Und 2024 würdigte die Bundesbauministerin Luise 19E mit einem Sonderpreis „Umbau statt Abriss“ – eine Auszeichnung, die die gesellschaftliche Relevanz unseres Projekts unterstreicht.

Ein Beitrag zur Baukultur

Heute steht unser Uferhaus, Luise 19E als sichtbares Zeichen dafür, dass gemeinschaftliches Bauen, Bestandserhalt und ökologische Verantwortung zusammengehen können. Für uns ist das Haus nicht nur ein gelungenes Projekt und das gemeinschaftliche Wohnzimmer, sondern auch ein Statement: Umbau statt Neubau – für eine Baukultur, die Zukunft ermöglicht.

Uferhaus, das Gemeinschaftshaus in der Uferwerk eG.